Please select your language

Albrecht Hopfe

Rauch oder doch nur Haarspray?

„Brandmelder in Flugzeugen sind sehr sensitiv eingestellt. Oft kommt es zu Fehlalarmen. Bis zu 100 Notlandungen wegen Brandmeldungen pro Jahr sind keine Seltenheit.“, stellt Albrecht Hopfe, Innovationsingenieur bei Aviation in Dresden fest.

„Jeder Feueralarm, ob berechtigt oder nicht, erzeugt Stress bei der Crew. Manchmal sind die Alarme leicht aufzuklären, zum Beispiel, wenn ein Passagier in der Toilettenkabine viel Haarspray benutzt hat. Alarme im Frachtraum lassen sich schwieriger aufklären: Wenn frische Früchte an Bord sind, deren Ausdünstungen den Brandmelder auslösen, steigt das Risiko eines Fehlalarms.“, weiß Albrecht Hopfe zu berichten. „Auch Staub löst gerne falsche Alarme aus. Er wird beim Be- und Entladen des Flugzeugs hereingewirbelt.“

https://www.youtube.com/watch?v=G10lKh9q-dwhttps://www.youtube.com/watch?v=G10lKh9q-dw

Die Idee: Einen Rauchmelder erfinden, der nur auf Rauch reagiert. „Um Alarme zuverlässiger zu machen, muss man viel testen. Glücklicherweise arbeiten wir schon seit langem mit einer Universität zusammen, die ein Brandlabor besitzt.“, berichtet Hopfe.

Der innovative Brandmelder muss in der Lage sein, Ereignisse auszusortieren. Die Streulichtmelder reagieren auf optische Signaturen und lösen Alarm aus, wenn sie die optische Signatur von Rauch erkennen: „Wir bringen dem Melder bei Staub von Rauch zu unterscheiden, beide Stoffe sind optisch sehr ähnlich.“ erklärt der Physiker. „Um möglichst realistische Testbedingungen zu schaffen, haben ein paar Ingenieure sogar schon die Tiefgarage gekehrt, denn der Staub aus Gummiabrieb ist dem auf Landebahnen sehr ähnlich.“

Das aufwendige Testen zahlt sich aus: „Unser Brandmelder  ist um den Faktor 4 schneller als das alte Modell und sicherer. Dazu haben wir dem Modell ein optimiertes Design gegönnt. Das lässt den Rauch schneller eindringen und im Brandfall zählen bekanntlich Sekunden.“