Dipl.-Ing. Karl Diehl, Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats der Diehl Stiftung & Co. KG und einer der Mitgestalter deutscher Wirtschaftsgeschichte, ist in den frühen Morgenstunden des 19. Januar 2008 im Alter von 100 Jahren sanft entschlafen. Mit ihm verliert das Unternehmen Diehl seinen Seniorchef, eine beeindruckende Persönlichkeit, die die Entwicklung des Familienunternehmens Diehl ganz entscheidend geformt und geprägt hat. Unerschütterlicher Optimismus, ein besonderes Geschick im Umgang mit Menschen und ein hohes Maß an Schaffensfreude vereint mit Unternehmerischem Weitblick bildeten die Grundlage für den erfolgreichen Lebensweg des Verstorbenen, ohne dessen erfolgreiches Wirken das Unternehmen Diehl in seiner heutigen Form nicht existieren würde.
Karl Diehl wurde am 4. Mai 1907 als Sohn des Epitaphenherstellers und Ziseleurs Heinrich Diehl und seiner Frau Margarete in Nürnberg geboren. Er trat am 1. August 1930 in das elterliche Metall-, Guß und Preßwerk Heinrich Diehl ein, dessen Leitung er nach dem frühen Tod seines Vaters am 7. November 1938 übernahm. Während des Wiederaufbaus seines kriegszerstörten und demontierten Unternehmens machte Karl Diehl deutlich, was ihn von anderen in der gleichen Lage unterschied. „Ein Unternehmen kann nur mit Optimismus geführt werden“, so verriet er später sein Lebensmotto, das ihn immer wieder dazu veranlaßte, nicht aufzugeben und Niederlagen als Ansporn für noch mehr Leistung zu betrachten. Karl Diehl hat dem Unternehmen auch nach seinem Rückzug aus dem aktiven Dienst als Seniorchef noch viele entscheidende Impulse gegeben und bereits frühzeitig die Weichen für eine globale Ausrichtung gelegt. So ist es entscheidend seiner Weitsicht, seinen Ideen und seinem Ansporn zu verdanken, dass sich das ehemalige Halbzeugwerk seines Vaters zu einem international tätigen Technologiekonzern gewandelt hat, der heute in den vier Teilkonzernen Metall, Controls, Defence und Aerosystems mit 11.000 Mitarbeitern 2,2 Mrd € Umsatz erwirtschaftet.
Untrennbar verbunden mit dem Bild des Unternehmers Karl Diehl ist auch sein soziales Engagement. So hat er sehr frühzeitig den ‘Heinrich-Diehl-Gedächtnis-Fonds’ zur sozialen Absicherung seiner Betriebsangehörigen gegründet und später die ‘Karl-Diehl-Stiftung für Menschen in Not’, die Bedürftigen in Nürnberg und Umgebung ohne Ansehen von Konfession oder Nationalität Hilfe und Unterstützung gewährt, ebenso den Hilfsfonds Karl Diehl in der schweizerischen Gemeinde Lenzerheide.
Auch der Arbeit der Altstadtfreunde war er über viele Jahrzehnte hinweg bis zu seinem Tod eng verbunden. Zu den zahlreichen Ehrungen, die Karl Diehl für seine Leistungen zuteil wurden, gehören unter anderem das Große Verdienstkreuz mit Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, der Bayerische Verdienstorden sowie die Verdienstmedaillen von Baden-Württemberg und des Saarlandes. Zudem erhielt Karl Diehl die Ehrenbürgerwürde von Nürnberg und Röthenbach sowie der Gemeinde Nonnweiler.
Karl Diehl hat das Erbe seiner Eltern durch schwere Zeiten geführt und zu einem der erfolgreichsten deutschen Familienunternehmen geformt. Sein Lebenswerk ist Vorbild, Verpflichtung und Ansporn, das Unternehmen in seinem Sinne weiter zu entwickeln.