Unternehmen Corporate Compliance


Allgemeine Geschäftsgrundsätze des Diehl-Konzerns

Vorbemerkung

Diehl führt seine Geschäfte in Übereinstimmung mit den Gesetzen und behördlichen Regeln der Länder, in denen die Mitarbeiter tätig sind sowie nach den hier skizzierten Grundsätzen, die von allen Mitarbeitern auf allen hierarchischen Ebenen ausnahmslos einzuhalten sind. Unfaire oder gar illegale Praktiken sind mit unseren Geschäftsgrundsätzen nicht vereinbar.

1. Ordnungsgemäße Geschäftspraktiken

Diehl setzt auf Integrität und Fairness bei allen Geschäftsaktivitäten. Alle Geschäftsunterlagen müssen in Einklang mit den Gesetzen und Diehl-eigenen Richtlinien stehen. Es darf keine Vermögenswerte geben, die nicht buchhalterisch festgehalten sind.

1.1. Bestechung / Korruption

Diehl untersagt jede Art von Bestechung. Kein Mitarbeiter darf Bestechungsgelder anbieten, gewähren oder selbst annehmen. Bestechung ist eine Straftat, und zwar sowohl die Bestechung im geschäftlichen Verkehr als auch die Bestechung eines Amtsträgers. Damit ist allen Mitarbeitern das direkte oder indirekte Anbieten, Versprechen, Gewähren oder Annehmen unangemessener materieller oder sonstiger Vorteile zum Zweck der Auftragsgewinnung sowie zur Erlangung unrechtmäßiger Vergünstigungen untersagt.

1.2 Wettbewerb / Kartellverbot

Alle Mitarbeiter müssen die jeweils geltenden kartell- und wettbewerbsrechtlichen Bestimmungen einhalten.

Mitarbeiter dürfen insbesondere keinerlei Absprachen vorschlagen oder eingehen:

  • mit einem Wettbewerber bezüglich des Handels mit Waren oder Dienstleistungen mit Dritten;
  • mit Kunden bezüglich des Preises oder der Lieferbedingungen, zu denen der Kunde Diehl-Produkte oder -Dienstleistungen an Dritte wiederverkauft.
1.3 Geschäftsbeziehungen

Beziehungen zwischen Unternehmen sowie Mitarbeitern und deren Geschäftspartnern – sowohl mit Lieferanten und Kunden als auch mit staatlichen Stellen und deren Mitarbeitern – müssen von Transparenz gekennzeichnet sein, insbesondere im Einkauf und Vertrieb. Dies gilt auch für Beziehungen mit ehemaligen Mitarbeitern und insbesondere auch Angehörigen von Mitarbeitern, die den Konzern direkt oder indirekt mit Waren oder Dienstleistungen beliefern.

Mitarbeiter, die in Vertragsverhandlungen mit Behörden involviert sind, müssen die für das jeweilige Land gültigen Richtlinien für den Angebotsprozess kennen und dürfen nicht gegen sie verstoßen.

Diehl bewirbt sich mit fairen und legalen Mitteln um Aufträge und führt Vertragsverhandlungen unter Einhaltung aller Rechtsvorschriften.

1.4 Beachtung von Ausfuhr- und Einfuhrkontrollgesetzen

Mitarbeiter, die an der Einfuhr oder Ausfuhr von Waren, Dienstleistungen oder technischen Informationen beteiligt sind, müssen die einschlägigen Bestimmungen kennen und einhalten. Des Weiteren haben sie für vollständige Import- bzw. Exportdokumente zu sorgen.

Sofern die Ausfuhr von Produkten und technischen Daten im betreffenden Land reglementiert ist, müssen die Mitarbeiter vor der Ausfuhr entsprechende Lizenzen und andere staatliche Genehmigungen einholen.

1.5 Vermeidung von Interessenkonflikten

Alle Mitarbeiter müssen jegliche Situation meiden, aus der heraus ein Konflikt zwischen ihren persönlichen Interessen und den Interessen von Diehl entstehen kann. Ein Interessenkonflikt kann entstehen, wenn ein Mitarbeiter Handlungen unternimmt oder Interessen verfolgt, die die objektive und effektive Erfüllung seiner Pflichten und die Wahrnehmung seiner Verantwortung gegenüber Diehl erschweren können.

Die Annahme oder Gewährung von Geschenken oder anderen Vorteilen ist nur nach Genehmigung durch den entsprechenden Vorgesetzten oder Verantwortlichen zulässig und nur unter der Maßgabe, dass die Geschenke oder Vorteile nicht gegen Gesetze oder Richtlinien verstoßen, sich in angemessenem Rahmen halten und nicht darauf abzielen, Entscheidungen in unredlicher Weise zu beeinflussen. Die Beurteilung der Frage, ob Geschenke oder Einladungen angemessen sind, bestimmt sich nach der üblichen Geschäftspraxis; dabei sind evtl. auch länderspezifische Besonderheiten zu berücksichtigen. Jeglicher Anschein von Unredlichkeit und Inkorrektheit ist zu vermeiden.

1.6 Geschäftsgeheimnisse, Schutz geistigen Eigentums, Datenschutz

Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, geschäftliche Informationen über Diehl oder Geschäftspartner, die nicht öffentlich bekannt sind, vertraulich zu behandeln und gegen ein unbeabsichtigtes Bekanntwerden zu schützen.

Ein bedeutender Vermögenswert von Diehl ist sein geistiges Eigentum. Dazu zählen Patente, Geschäftsgeheimnisse, Markenrechte und Urheberrechte. Es ist Konzernpolitik von Diehl, sämtliche Rechte an wirtschaftlich bedeutsamem geistigem Eigentum zu begründen, in verantwortungsvoller Weise zu nutzen, zu erhalten, zu schützen und zu verteidigen. Diehl respektiert das geistige Eigentum anderer natürlicher und juristischer Personen und nutzt die entsprechenden Informationen, Computerprogramme oder Verfahren ausschließlich gemäß den jeweiligen Lizenzvereinbarungen beziehungsweise im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben.

Personenbezogene Daten werden nur erhoben, verarbeitet und genutzt, soweit dies gesetzlich erlaubt ist, rechtmäßigen Zwecken dient und zur Aufgabenerfüllung erforderlich ist.

2. Mitarbeiter / Kollegen

2.1 Belästigung (Respektvoller Umgang)

Die persönliche Würde, Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen sind zu respektieren. Mitarbeiter dürfen nicht körperlich bestraft oder physisch, sexuell, psychisch oder verbal belästigt oder missbraucht werden.

2.2 Nichtdiskriminierung

Kulturelle Unterschiede werden anerkannt und respektiert. Alle Mitarbeiter sind unter anderem in Fragen der Anstellung, Beförderung, Entlohnung, Zusatzleistungen, Weiterbildung, Entlassung und Beendigung des Arbeitsverhältnisses grundsätzlich nach den von ihnen abgeforderten Fähigkeiten und Qualifikationen zu beurteilen.

2.3 Gesundheit & Sicherheit

Allen Mitarbeitern werden Arbeitsbedingungen garantiert, die den Anforderungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes Rechnung tragen, wobei die jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen die anzuwendenden Mindestvorschriften darstellen. Es werden geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten ergriffen.

3. Soziales Umfeld / Öffentlichkeit

3.1 Arbeitszeit

Die Arbeitszeiten sollen den gesetzlichen oder den in der Branche üblichen Regelungen entsprechen, je nachdem, welche Vorschriften strenger sind.

3.2 Entlohnung

Löhne und Gehälter einschließlich Vergütung für Überstunden und Sonderleistungen müssen dem Niveau der geltenden Gesetze und Bestimmungen entsprechen.

3.3 Kinderarbeit

Kinderarbeit wird in jeglicher Form abgelehnt. Falls gesetzlich keine höhere Altersgrenze festgelegt ist, darf keine Person im schulpflichtigen Alter oder unter 15 Jahren (Ausnahmen laut Übereinkommen der ILO-Konvention Nr. 138) beschäftigt werden.

3.4 Verbot von Zwangsarbeit

Zwangsarbeit jeglicher Art ist untersagt. Das schließt erzwungene Gefängnisarbeit, Leibeigenschaft und ähnliches ein (entsprechend ILO Konventionen 29 und 105).

4. Umweltschutz

Es besteht die Verpflichtung, sich an die Bestimmungen und Standards zum Umweltschutz zu halten. Umweltbelastungen sind zu minimieren und der Umweltschutz kontinuierlich zu verbessern.

5. Einhaltung der Geschäftsgrundsätze

Vorgesetzte und Führungskräfte sorgen dafür, dass ihre Mitarbeiter mit dem Inhalt vorgenannter Geschäftsgrundsätze vertraut sind. Alle Mitarbeiter aller hierarchischen Ebenen sind für die Einhaltung der vorgenannten Geschäftsgrundsätze selbst verantwortlich. Verstöße können unbeschadet weitergehender zivil- oder strafrechtlicher Konsequenzen mit Disziplinarmaßnahmen geahndet werden.

Zur Überprüfung unserer Geschäftsprozesse im Hinblick auf die Einhaltung dieser Grundsätze, zur Identifizierung von Compliance Problemfeldern sowie zur Untersuchung erkannter Verstöße wurde ein Compliance Committee eingerichtet, dessen Leitung dem Corporate Compliance Officer (CCO) obliegt.

Der CCO kann sich seinerseits auf eine konzernweite Compliance Organisation abstützen. Im Übrigen kann der CCO in allen einschlägigen Angelegenheiten befragt werden.

Bei Hinweisen auf Verdachtsfälle oder Verstöße gegen die „Allgemeine Geschäftsgrundsätze des Diehl-Konzerns“ oder Recht und Gesetz sind im Internet (www.diehl.de unter Register Unternehmen im Unterregister Corporate Compliance) die richtigen Anlaufstellen genannt.


Organisation

Zur Verankerung von Compliance in der Diehl-Gruppe und zur Durchsetzung der "Allgemeine Geschäftsgrundsätze des Diehl-Konzerns" haben Vorstand und Aufsichtsrat eine Compliance Organisation ins Leben gerufen. Diese Compliance Organisation des Konzerns wird von Rechtsanwalt Axel Esser (Corporate Compliance Officer, CCO) geleitet.

Zur regelmäßigen Überprüfung der Geschäftsprozesse im Hinblick auf die Einhaltung der „Allgemeine Geschäftsgrundsätze des Diehl-Konzerns“, zur Identifizierung von Compliance Problemfeldern sowie zur Untersuchung erkannter Verstöße wurde ein Compliance Committee eingerichtet, dem auch Mitglieder des Vorstands angehören. Der Corporate Compliance Officer (CCO) berichtet darüber hinaus regelmäßig dem Vorstand.

Die Compliance Organisation bei Diehl wird zudem durch einen neutralen, zu strikter Vertraulichkeit verpflichteten, externen Ombudsmann (Rechtsanwalt Dr. Rainer Buchert) ergänzt. An den Ombudsmann als neutrale Stelle können sich Diehl Mitarbeiter und Dritte vertrauensvoll wenden, wenn sie unkorrekte Geschäftspraktiken in Unternehmen der Diehl-Gruppe beobachtet haben.

CCO Diehl-Konzern

Herr Axel Esser

Telefon: +49 (7551) 89 - 2439
Telefax: +49 (7551) 89 - 4114
Mobil: +49 (172) 4589175

E-Mail: axel.esser@diehl-defence.de

Ombudsmann

Herr Dr. Rainer Buchert

Bleidenstraße 1

60311 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (69) 710 33 33 0 oder +49 (6105) 921355
Telefax: +49 (69) 710 34 44 4

E-Mail: dr-buchert@dr-buchert.de

Schulungen

Regelmäßig werden in allen Ländern, in denen die Diehl-Gruppe tätig ist, für Mitarbeiter aller hierarchischen Ebenen Compliance Schulungen (Präsenzveranstaltungen und E-Learning) durchgeführt. Inhalte dieser Compliance Schulungen sind die Erläuterungen der „Allgemeine Geschäftsgrundsätze des Diehl-Konzerns“ mit dem Schwerpunkt Korruptionsprävention / Wettbewerbsrecht. Für bestimmte Positionen, wie z.B. Vertrieb und Einkauf, werden zudem speziell auf diese Bereiche zugeschnittene Schulungen durchgeführt.