Menschen bei Diehl Meline Özkan


Meline Özkan arbeitet im Rechnungswesen – und studiert in ihrer Freizeit

Meline Özkan wurde von der Personalchefin nach Hause gefahren. Die 24-jährige Mitarbeiterin des Rechnungswesens lächelt, wenn sie sich an das Bewerbungsgespräch bei Diehl Metering in Ansbach erinnert. „Das war wirklich nett – und zeigt das Arbeitsklima hier.“ Meline Özkan hatte die Johann-Steingruber-Realschule in dem 40.000-Einwohner-Städtchen beendet und rund 50 Bewerbungen für kaufmännische Ausbildungen geschrieben – ohne Erfolg. Daher absolvierte sie zwei weitere Jahre im Wirtschaftszweig einer Fachoberschule, Unterricht wechselte sich mit Praxis in einer Gewerbebank ab. Wieder schrieb sie Bewerbungen, diesmal stimmten die Voraussetzungen und Meline Özkan wurde zu mehreren Vorstellungsgesprächen eingeladen. Auch bei Diehl. „Die Firma hat bei uns im Ort einen guten Ruf“, sagt die junge Deutsche mit türkischen Wurzeln. Als die Zusage für eine kaufmännische Ausbildung kam, nahm Meline Özkan gerne an, „sonst hätte ich wohl noch ein Studium begonnen, um mich weiter zu qualifizieren“.

Zweieinhalb Jahre durchlief die junge Frau unterschiedliche Abteilungen bei Hydrometer Ansbach, danach sprach sie ihr Ausbilder an, ob sie Interesse hätte, im Rechnungswesen anzufangen. Meline Özkan kannte den Bereich aus ihrer Ausbildung, sprach mit dessen Leiter und begann ihre Laufbahn als Sachbearbeiterin. Heute ist sie gemeinsam mit fünf weiteren Kolleginnen und einem Kollegen im Rechnungswesen tätig. Bei Diehl Metering fühlt sie sich wohl. „Wir treffen uns alle zwei Wochen mit Kollegen aus verschiedenen Abteilungen morgens zum Frühstück“, erzählt sie. Ihre Aufgabe macht ihr Spaß, gleichzeitig möchte sie sich Perspektiven schaffen. „Ich habe noch nicht viel Abstand zur Schule und will mich weiterentwickeln“, erzählt die 24-Jährige. Die Chance: ein nebenberufliches Studium an der Fachhochschule in Ansbach. Ihr Vorgesetzter bestärkte sie in dem Plan, ein Studium aufzunehmen. So belegt Meline Özkan jetzt im Schnitt drei Mal die Woche den Bachelorstudiengang Betriebswirtschaft, der sechs Semester umfasst.

Privat geht die junge Frau gerne tanzen. „Oft fahren wir dafür nach Nürnberg“, erzählt Meline Özkan. Aber ihre Leidenschaft gilt dem gedruckten Wort. „Wenn ich in einen Buchladen gehe, könnte ich gleich zehn Bücher mitnehmen“, seufzt sie. „Ich finde es schön, wenn Bücher einen in eine andere Welt entführen.“ Romane mit Herz und Schmerz haben es Meline Özkan besonders angetan. Die Story muss stimmig sein – und wenn der Text mit einer Portion Selbstironie verfasst ist, gefällt er ihr umso mehr. Geschichten aus dem „richtigen Leben“ eben, mit denen sie sich identifizieren kann. „Aber ein bisschen rosa Wolken und Happy End sollen schon sein“, sagt sie mit einem Lachen. Klar, dass die junge Frau auch moderne Medien nutzt. Facebook und Skype sind ihre bevorzugten Internetplattformen. Auch um Kontakt mit ihren zwei älteren Schwestern zu halten, die heute in der Türkei leben. „Ich besuche sie so oft, wie es geht.“ Aber es gibt noch andere Ziele auf der Erde, die Meline Özkan gerne entdecken würde: Australien, New York – und Bali. Dorthin haben sie bislang nur ihre Romane entführt.