„Ich habe immer 'hier' gerufen, wenn gefragt wurde“
Dirk Fricke ist technischer Werksleiter und entschleunigt beim Gemüseputzen
Dirk Fricke wusste nach zwei Wochen U-Stahl-Feilen: Das wird nicht mein Traumjob! Der Abiturient hatte nach der Bundeswehr bei einem Automobil-Pressen-Hersteller in Weingarten als Zerspanungsmechaniker-Azubi angefangen. Sein Fertigungsleiter beeindruckte ihn. „Ich dachte mir: Das kann ich auch“, erinnert sich Dirk Fricke. So studierte er nach der Ausbildung an der Fachhochschule Ravensburg-Weingarten Maschinenbau. Nach dem Diplom bewarb er sich bei Diehl AKO in Wangen. „Das Vorstellungsgespräch dauerte drei Stunden“, so der 42-Jährige. Er stieg als Projektingenieur ein, „ein bisschen als Mädchen für alles“. Prozesse verbessern, Verlagerungen umsetzen, Neuanlagen in Betrieb nehmen ... „Erst habe ich nur kleine Projekte umgesetzt, bin aber schnell ins internationale Geschäft hinein gewachsen.“ So etwa beim Standort in Polen oder in China, wo er an der Werksgründung mitwirkte. „Dort wird ganz anders gearbeitet als hier. Man muss Ideen haben und schnell und flexibel reagieren. Wenn zu Schichtbeginn kein Strom da ist, dann heißt es Nerven bewahren und Lösungen suchen“, erinnert er sich an diese „Aufbaujahre“, in denen Fricke auch in Mexiko an der Planung eines Werks beteiligt war.
Zurück in Deutschland war er für die Umsetzung werksinterner Rationalisierungsmaßnahmen zuständig. Für den Macher, der im Teilkonzern Controls bereits Personalverantwortung getragen und erste Diehl Potenzialgruppen durchlaufen hatte, eine eher unbefriedigende Aufgabe. „Ich habe daraufhin drei Stellen im Konzern angeboten bekommen – eine war die Werksleitung in Polen.“ Die Fabrik liegt zwischen Breslau und Opole, „mit einem Schlag hatte ich die Verantwortung für 450 Leute, inklusive Führung der Führungskräfte“. Von 2005 bis 2008 bewährte sich Dirk Fricke in Polen. Dann wechselte er auf eine adäquate Position in Deutschland. Heute ist er technischer Werksleiter und Chef von 350 Mitarbeitern bei AKO in Wangen. „Bei Diehl kann man vom Projektingenieur zum Werksleiter aufsteigen“, hat Fricke festgestellt. Voraussetzung: „Ich habe immer hier gerufen, wenn gefragt wurde.“ Mit Eigeninitiative und dem Willen zum Vorankommen seien bei Diehl viele Karrieren möglich, ist er überzeugt. Dirk Fricke weiß auch, wie Gegenbeispiele aussehen. Ein Studienkollege sei heute bei einem namhaften Automobilhersteller tätig, erzählt er. „Ausschließlich zuständig für die Außenspiegel einer Modellreihe.“
Dirk Fricke hat sich eben weiterentwickelt. Auch beim Essen. „Früher war ich mit zwei Bier und einem Hamburger zufrieden“, sagt er mit einem breiten Lächeln, „heute habe ich etwas andere Maßstäbe.“ Sein Schwiegervater ist Hotelier mit angeschlossenem Gourmet-Restaurant und hat sich 16 Punkte im Gault Millau und einen Michelin-Stern erkocht. Diese Erfahrungen mit hoher Kochkunst haben das Verhältnis des 42-Jährigen zu gesunden Zutaten, zum Essen und dessen Entstehen neu definiert. Andere putzen ihr Auto, Fricke putzt Gemüse. „Für mich ist das Ritual wichtig, die Zubereitung, das gemeinsame Kochen, die Kommunikation dabei“, beschreibt der Werksleiter, wie er heute das Kochen genießt. „Mich entschleunigt das ungemein.“ Entspannen kann der Memminger auf dem Mountainbike oder wenn er als Bergwanderer am Alpenrand unterwegs ist, beim Bummel durch München oder wenn er bei Popkonzerten Gas gibt. Beruflich beschleunigt er ebenfalls. „Ich freue mich darauf, was Diehl noch zu bieten hat.“